Interview mit Gerald Schöneberg!

Posted on Apr 25 in Bulls.

Gerald kam 2016 nach einer langen Pause zurück zu den Bulls. In allen Spielen 2016 (also Grunddurchgang und Playoffs) kam er in 22 Spielen zum Einsatz. Seine AVG ist mit 0.300 ganz ordentlich. In 70 At Bats gab es 21 Hits und 22 RBI’s. Nach der tollen Saison steckt Gerald voller Tatendrang und möchte in der BLA zeigen das er noch lange nicht zum alten Eisen gehöhrt.

Viele wissen ja gar nicht, dass du schon lange Baseball spielst, erzähl mal kurz von deinem Werdegang?

Die ersten Berührungspunkte mit Baseball hatte ich, als mein Vater (Andreas Schoeneberg) ca. Anfang der 1990 begann die Kinder aus der Nachbarschafft auf einer Bauernwiese zu versammeln und Flyballs (damals ein Softball) zu schlagen. Wir Kindern rannten wie die Verrückten um die Bälle zu fangen. Ich, als damals eines der jüngsten Kinder, durfte dabei sogar einen der uralten Jugendhandschuhe meines Vaters anziehen. Mit der ersten Schultüte 1991 bekam ich dann auch meinen ersten eigenen Handschuh von meiner Tante aus den USA. Dieser Spalding Kunststoff-Glove hat lange Jahre gute Dienste geleistet.
Als mein Dad dann 1996 Trainer bei den Feldkirch Cardinals wurde, begann dann der richtige Startschuss mit Baseball. Ich trainierte bei den Feldkirch Youngsters unter Franz Grundböck und den Erwachsenen Cardinals mit, wobei ich auch zu dieser Zeit dann Simon Peter kennenlernte. Zusammen spielten wir dann in jeder freie Minute Baseball.
Neben den Erfahrungen und Einsätzen bei den Cardinals und im Nationalteam wechselten wir dann auch gemeinsam 2001 zu den Hard Bulls.

Du hast bereits vier Jahre lang in der ABL mit den Bulls gespielt. Von 2001 bis 2004 hast du 67 Spiele bestritten. Was ist dir aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben?

Der ABL Sieg in meinem ersten Bulls Jahr war natürlich fantastisch und auch der anschließende Europacup in Ungarn mit dem Aufstieg in den A-Pool… Dinge an die man sich gerne immer wieder erinnert. Auch das damalige Team war etwas sehr spezielles und hat sicher mehr als nur meine sportliche Karriere geprägt.

Damals warst du auch Nationalteamspieler was waren da deine Schönsten Erlebnisse?

Alle dieser Stationen waren interessant. Die erste Einberufung 1999 unter Lou Demartino, der Aufstieg in den A-Pool 2000 in Belgien oder auch der Klassenerhalt 2001 in Barcelona.
Alles sehr lehrreiche Erlebnisse und es ist immer wieder schön einen der damaligen Teamkammeraden an und abseits des Platzes anzutreffen.

Danach folgte eine lange Pause, warum kam es zu dieser?

Ich konnte aufgrund massiver Knieprobleme kaum mehr in meiner angestammten Position als Catcher spielen … mit dem Studium und den ersten Arbeitsstellen fehlte dann auch die Zeit.

Dann die Rückkehr vor der Saison 2016. Ich denke Clemens Cichocki hatte großen Anteil daran oder?

Ich hatte mehrere gute Unterhaltungen an und abseits des Baseballplatzes mit Clemens, der mich dann dazu ermutigte, doch einfach mal ein paar Trainings zu versuchen.
Im Winter Anfang 2016 hab ich diese Einladung dann angenommen und wie man sieht, hat mich das Baseballfieber schnell wieder erwischt.

Wie wurdest du vom Team aufgenommen? Was hat sich im Vergleich zu den frühen 2000er Jahren geändert bei den Bulls? Für dich ja eine Art Zeitreise oder?

Das Team hat mich sehr gut aufgenommen und mich auch bei den doch leichten Startschwierigkeiten (bedingt durch die lange Pause) ermutigt und unterstützt.
Damals der jüngste Bulls Spieler bin ich heute einer der ältesten. Zwar reich an viel Erfahrung erfordert es doch viel harte körperliche Arbeit und auch viel Anstrengung in der Regeneration mit den jüngeren mithalten zu können.
Das Training ist viel „professioneller“ und die Bedingungen um vieles besser geworden. So ist es aus sportlicher Sicht etwas ganz anders wie damals. Der österreichische Baseball bewegt sich zwar langsam aber doch stetig in die richtige Richtung.

Dann die Saison 2016, in den Playoffs ist dir dann ja richtig der Knoten geplatzt und du spieltest wie entfesselt, wie kam das?

Wie zu erwarten, auch wenn ich es selber nicht gehofft habe, hinterlässt so eine lange Pause doch spuren. So hab ich doch etwas Zeit gebraucht wieder ins Spiel zu finden und auch der physischen Belastung Stand zu halten.
Glücklicherweise konnte ich dann in den Playoffs wieder Sprichwörtlich „zu schlagen“ und dem Team helfen unser Ziel zu erreichen.

Gekörnt habt ihr die Saison mit dem Aufstieg, Gerüchte sagen bei dir wären Tränen geflossen, stimmt das?

Es war sicher ein emotionaler Moment nach der harten Arbeit die ganze Saison über. Wir haben als Team das Ziel erreicht wieder in der ABL (neu BLA) mitzuspielen und auch persönlich war es für mich ein Erfolg aktiv daran beteiligt zu sein.

Nun wird deine fünfte Saison in der ABL (neu BLA) folgen, was hast du dir vorgenommen? Als Spieler und mit den Bulls?

Nach dem harten Training den Winter über, hoffe ich, dass ich meine persönliche Leistung noch etwas steigern kann. Und als Team haben wir sicher das Ziel und potenzial vorne mit zu spielen auch wenn uns die erfahrenen Erstliga-Teams sicher nichts schenken werden. Wir haben ein motiviertes und hart arbeitendes Team und wer weiss was mit einem guten alten „NO SURRENDER“ alles möglich ist….

Danke für das nette Gespräch 🙂